Praxis Meiler
Privatpraxis für Psychotherapie in Landshut

ADHS "Hans-Guck-in-die Luft" und "Zappel-Phillipp"

Die Fälle von Aufmerksamkeitsdefizitstörungen haben in der Pandemie zugenommen. Laut einem “Spiegel international Bericht vom 4.6.2021“ nehme ADHS „empirisch als auch an Schwere zu.“

Vor 30 Jahren wurde Methylphenidat in Deutschland nur selten verordnet. Zwischen 1993 und 2013 hat sich der Verbrauch verfünzigfacht und stagniert seitdem auf hohem Niveau.

 

Leitsymptome

Leben im Chaos: „ADS“ oder „ADHS“

Von einer Aufmerksamkeit-Defizit-Störung (ADS) wird gesprochen, wenn ein Kind länger als sechs Monate sowohl im Kindergarten, in der Schule (Gruppensituationen) als auch Zuhause durch ausgeprägt unaufmerksames und impulsives Verhalten aufgefallen ist. Kommen motorische Unruhe und übermäßiger Bewegungsdrang (Hyperaktivität) hinzu, spricht man von einer Aufmerksamkeit-Defizit-Hyperaktivitäts-Syndrom (ADHS).

Die Entstehung des ADHS-Syndroms ist komplex und bisher noch weitgehend unbekannt. Genetische Einflussfaktoren sowie Störungen im Neurotransmitterhaushalt und Energiestoffwechsel des Gehirns werden als zentrale neurophysiologische Ursachen diskutiert. Auch psychosoziale Faktoren spielen eine erhebliche Rolle.

Genetische Einflüsse: 60-80% werden auf eine genetisch-bedingte Anormalität der neuronalen Signalverarbeitung im Gehirn zurückgeführt (bsp. genetische Veränderungen im Dopamin-Transporter-Gen, Dopamin-Rezeptor-Gen, Serotonin-Rezeptor-Gen u.n.w.)

Veränderungen im Dopamintransporter-Gen: Dopamintransporter (DAT) ist ein Protein der Zellmembran,  das den Transport des Hormons und Neurotransmitters Dopamin in die Zelle ermöglicht. Bis zu 70 % der Betroffenen weisen eine Genmodifikation auf. Bei ADHS wird aufgrund zu hoher DAT-Rezeptor-Dichte das Dopamin zu schnell aus dem synaptischen Spalt in die Präsynapse zurücktransportiert, sodass es zu einer abgeschwächten Signalübermittlung zwischen präsynaptischem und postsynaptischen Spalt kommt (Dopamin kann nicht lange genug wirken).

Psychosoziale Faktoren: Familienverhältnisse, belastende Ereignisse (zum Beispiel Scheidung), Vernachlässigung, Misshandlungen, ungeordnete Tagesabläufe, frühkindliche Traumata, etc.

 Erscheinungsbild:

- Aufmerksamkeitsdefizit (Konzentrationsprobleme)
- Impulsivität
- Hyperaktivität
- hyperkinetische Kinder („Zappelphilipp“) fallen auf durch Aggressivität, Konzentrationsprobleme, kognitive Impulsivität, motorische Unruhe, gestörtes Sozialverhalten, Lern-und Leistungsprobleme auf.

 

Ernährungsumstellung

Eine ausgewogene und mikronährstoffreiche Vollwerternährung mit reichlich frischem Obst und Gemüse, Vollkornprodukten, Kartoffeln, Hülsenfrüchten sowie mageren Milchprodukten, daneben sollten auch viel Seefisch und geringe Mengen an Fleisch und Eier enthalten sein, wirkt sich positiv auf die ADS/ADHS-Symptomatik aus.
Einfache Kohlenhydrate mit hohen glykämischen Index (Süßigkeiten, Säfte, Cola, Spezi…) sollten vermieden werden.

Mikronährstofftherapie bei ADHS/ADS

Vor dem zu schnell Einsatz von Psychopharmaka wie Methylphenidat und Atomoxetin empfiehlt es sich immer einen Blick auf den Mikronährstoffhaushalt (zum Beispiel Magnesium) zu werfen, um Defizite gegebenenfalls durch Ernährungsumstellung und gezielte Supplementierung von hirnaktiven Mikronährstoffen zu kompensieren. Unabhängig vom Gehirnsstoffwechsel sind diese Nährstoffe grundsätzlich die Basis für eine gesunde Entwicklung und Reifung des menschlichen Organismus. Gehirnaktive Mikronährstoffe wie DHA, Zink und Magnesium können zudem eine notwendige Therapie mit Methylphenidat verbessern.

wichtige Mikronährstoffe:

+ Omega-3: Dopamin-/Serotoninstoffwechsel, zerebrale Entwicklung
+ Zink: physiologischer DAT-Inhibitor
+ Magnesium: natürlicher NMDA- Antagonist und GABA-Agonist
+ Eisen: Cofaktor der Tyrosin-Hydroxylase

Mikronährstoffempfehlung - Tagesdosierung

+ Magnesium: etwa 6 mg Magnesium pro Kilogramm Körpergewicht
+ Omega 3 - Fettsäuren: 1-5 g (oral)
+ Zink: 10 - 25mg
+ Eisen: 20 - 50 mg (nur bei nachgewiesenem Mangel - Ferritin)

(Quelle: Gröber: Mikronährstoffe, S. 393ff, Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft Stuttgart)

Vereinbaren Sie einen Termin unter 0871 / 965 92 00.

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